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#006

Und als sie sich das Gift in die Venen schoss und die Menschen über Liebe sprachen, wusste sie, dass das nicht ihre Welt ist. Das Gift begann seine Wirkung zu zeigen und ihr Puls raste von A nach B.  Sie legte den Kopf in den Nacken und atmete tief ein. Slow.Motion. Alles bewegte sich langsam und verschwommen vor ihren Augen. Und hinter ihren Augen war nichts mehr. Keine Gedanken an Liebe. Keine Frage nach Liebe. Keine Schreie nach Liebe. Aber die Menschen sprachen weiter. Sie wären verliebt, würden einander lieben, über alles und noch viel mehr. Bis an das Ende der Welt und zurück. Bis zum Anfang der Zeit und weiter nach vorne. Sie würden nicht ohne einander können. Und das Gift floss langsam und bestimmt durch ihr Blut. Zufrieden schloss sie die Augen und hörte den Menschen zu, die nur, immer und jede Sekunde von Liebe sprachen. Froh seien sie, wenn sie beieinander sind. Und glücklich. Dass sie bewusst heimlich dem schönen Mann vom kleinen Marktplatz hinterher schaut. Dass er im Internet mit einer unerreichbaren Frau schreibt und die Welt dafür verflucht. Das alles sagen sie nicht. Niemand spricht täglich davon. Aber die Menschen sprechen weiterhin von Liebe. Und das Gift in ihrem Blut bewegt sich zum Takt ihrer Worte. Sie liebt es.

19.3.08 07:29


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#005

"Und eigentlich ist es mir egal, wer neben mir liegt" sagte sie und brach ihm das Herz um es gleich danach mit einem süßen Kuss wieder zu reparieren. Die Treppenstufen ziehen sie an. Runterfallen soll sie. Ewig fallen. Niemals aufhören. Er hält ihre Hand und sie würde sich lieber den Arm ausreißen als ihn noch weiter anzulügen. Lieber sterben als weiter zu sagen, dass sie Gefühle hätte. Hat sie nicht. Hat sie alle systematisch runtergeschluckt und danach schnell wieder ausgekotzt. Sie sagt es. Mehrmals. Aber wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch, wenn er die Wahrheit spricht. Und er möchte es nicht wahrhaben, dass da nichts ist. Dass sie tot ist. Und nur noch kalt und desintressiert. Dass sie sich ihre Bestätigung auf dem Mond holt. Dort in der Kälte. Dass sie sich ihre Leere durch die Sonne betäuben lässt. Dort in der Hitze. Wochen vergehen wie Sekunden und alles tut jeden Tag weh. Als wäre er gar nie geboren worden. Als würde es sie gar nicht geben. Aber im Prinzip ist es egal. Es ist nur so kalt. Kälte ist einzige Gefühl, welches da ist, anwesend ist. Und du solltest nicht an sie denken und sie nicht an dich. Sie kann keinem Mann einen Kopfschuss geben, der ihr so gefühlvoll die Hand ins Gesicht schlägt. Täglich. Sie hat es verdient. Denn sie ist tot. Tief in ihr drin sucht sie täglich nach Leben. Nach Unebenheiten. Aber dort ist nichts. Und nirgendwo ist nichts. Die Hoffnung, dass es sich ändert und die Schläge sie endgültig töten, spricht auch nicht mehr. Wie viel Blut kann ein Mensch in einer Sekunde verlieren? Und wie oft kann man sich sagen, dass man so nicht ist? Wie oft kann ein Mann zuschlagen bis man tot ist? Und irgendwann wird sie ausbrechen. Und einen Liebesbrief an dich schreiben.
18.3.08 20:14


#004

Und es dreht sich, als hätte es nie etwas anderes getan. Hat es auch nicht. Vollgeschmiert mit Erinnerungs.blut und Ekel.nerven. Du hast mich nie geliebt. Und es springt und will die Wände kaputt machen. So, als hätte es nie etwas anderes gewollt. Ich war die schon immer egal. Jedes Wort beginnt mit einem Buchstaben. Und Bücher sind eine Ansammlung von Worten, die niemand lesen würde, würde es niemanden geben. Da soll wohl mal jemand über das Wasser gegangen sein und plötzlich stammen du und ich vom Affen ab. Logik? Gibt es heute leider nicht. Und eigentlich geht es nur darum, dass ich nicht annehmen kann, was du mir geben willst. Oder, dass ich nicht glauben will, dass du mir etwas zum Annehmen geben kannst. Wir sind eine Ansammlung von Molekülen und zerspringen irgendwann in uns selbst. Einige später, du früher. Es geht nicht darum, dass ich euch euer Leid nicht gönne. Ihr gönnt mir nur nicht genug von meinem. Und deswegen muss ich weitermachen. Und mich weiterdrehen. Und springen. Und Wörter mit Buchstaben beginnen, die niemand lesen würde, würde es niemanden geben. Stimmen gibt es nicht. Und schon gar nicht in den Köpfen der Köpfe in meinem Kopf. Es ist nicht so, als würde das Telefon nie klingeln oder die Tür nie aufgehen. Aber wer möchte sich schon einen Raum ansehen, den es nicht gibt? Einen Raum, der keine Farbe und keine Formen hat? Ohne Gegenstände und ohne Licht? Willst du das? Nein. Weil es diesen Raum nicht gibt. Es gibt nichts von alledem. Es wird auch nie ein Loch geben, in welches du fallen kannst. Weil ich immer schon vorher da bin um die Netze aufzuspannen. Und wenn ich Ich schreibe, dann meine ich nicht mich. Denn ich will mich nicht. Im Gegensatz zu den anderen. Die Anderen lügen sich selbst in die Tasche, dass sie lieben. Und das, was sie tun ist lügen. Und jedes Wort beginnt mit einem Buchstaben.

18.3.08 17:05


#003

Ich werde dich doch nicht umbringen. Ich werde dir deine Seele rausschneiden. Und dir dein Ich rausbrennen. Ich verkohle dir die Haut mit heißen Nadeln und lege dich in drei Kilogramm Salz. Ich sitze neben dir und rauche eine MarlboroZigarette. Wäre beruhigend jetzt, oder? Ja, das wäre es ganz sicher. Aber schade, dass deine Lippen jetzt so kaputt sind. Das würde beim Rauchen nur noch mehr weh tun. Weißt du, ich mochte dich mal. Du wärst meine Chance gewesen aber du warst zu krank, nicht wahr? Du wolltest mir nicht weh tun aber, meine Güte, was soll’s, du konntest nun mal nicht anders. Ich nehme dir das nicht übel. Blödsinn. Ich nehme dir gar nichts übel. Ich wäre von hier weggekommen und hätte von heute auf morgen die Stadt verlassen. Ja, oh, du meine Chance. Du hättest mich ganz sicher aus dem Alkoholsumpf rausgeholt und mir gezeigt, wie schön das Leben ist. Ja, ist das Leben nicht wundervoll? Sie werden dich vermissen, oder? Ja, das kann ich mir denken. Schade, dass du gerade nicht sprechen kannst. Im Prinzip mag ich dich immer noch. Gutaussehend, ja, jetzt nicht mehr ganz so, intelligent, witzig, in 100-Euro-Scheine eingewickelt. Was will man mehr, oder? Du hast echt Klasse und Stil. Aber du hast da einen kleinen Fehler. Ist dir der jemals aufgefallen? Warte, soll ich ihn dir in die Haut nähen? In Worten? Deinen Fehler? Nein, ich kann nicht sehr gut nähen. Und, haha, um dich zu ärgern, werde ich dir nicht sagen, welchen Fehler ich meine. Aber eins darfst du niemals vergessen: Ich habe dich mal geliebt.

 

18.3.08 16:22


#002

„Ich werde dich hier nicht rauslassen“ sagte sie zu ihm. Und spürte das Gift, welches er ihr entgegenspuckte. Sie konnten sich nicht in die Augen sehen. Und sie wollte es auch nicht versuchen. Er trat gegen die Glasscheibe. Und sie zersprang. Die Splitter flogen durch die ganze Seele. Sie blieben in Gefühlen, in Gedanken und in Erinnerungen stecken. „Ich besitze dich.“ flüsterte er. Und sie wusste, dass er Recht hatte und sah weg. Die Glassplitter neben ihr funkelten und glitzerten. Fast wäre es schön gewesen. Fast. Sie wäre der Welt auch fast entkommen. Fast wäre sie gestorben. Und fast hätte sie ihn mitgerissen. Aber er weiß, dass Leben mehr weh tut als sterben. Und sterben nur etwas ist, was ihm die Macht nehmen würde. Die Macht, die sie hat. Die sie zeigt. Er besitz sie. Die Macht. Und wenn die Welt wüsste, dass sie nicht alleine ist, keine Stunde, Minute, Sekunde am Tag, dann würden sie schauen, die Stirn in Falten legen und er würde ihr sagen, dass sie ruhig sein soll. Seine Macht, seine Kraft, sein Zerstörungswahn. Ihr Leben.

18.3.08 16:06


#001

Und nur noch eine Chance, dachte sie. Und zog die Klinge durch das Papier. Falscher Ort, dachte sie und drehte sich um. Sie rannte zurück zu dem Weg, wo sie damals lag. Der Weg, wo er damals log. Der Wind zischte an ihren Ohren vorbei und die Welt war plötzlich ganz langsam. Und sie war so schnell. Alles stand. Alles ruhig. Nur sie nicht. Sie rannte. Als würde ihr Leben hinter ihr her sein um sie zu zwingen es anzunehmen. Sie rannte als würde eine Hoffnung darauf bestehen, dass es eine Lösung vor ihr geben würde. Endlich angekommen fiel sie zu Boden. Ruhig, ruhig sollte es sein. In ihr. Es sollte aufhören weh zu tun. Einfach aufhören. Schwach und schnell atmend lag sie im kalten Staub. Links und rechts war alles ruhig. Über ihr erst recht. Keine Hand über ihr, die ihr zeigen könnte, dass es richtig wäre wieder aufzustehen. Und als es anfing zu regnen und die warme Sommerluft von kühlem Wind vertrieben wurde, war es nicht nur in ihr laut.
18.3.08 15:52


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